Sächsischer Landeskontrollverband e.V.: Service

 

Ergebnisse der Maissilage Ernte 2020

Dr. Wolfram Richardt

Der Mais-Ernte 2020 ist abgeschlossen und wird bereits verfüttert. Die bisher durchgeführten Analysen lassen erste Rückschlüsse auf die Qualität zu.

Tab.1 Futterwert der Maissilagen

 Jahr

 

2017

2018

2019

2020

Trockensubstanz %

 

36,8

33,5

35,8

33,8

NEL

MJ/TM

6,8

6,9

6,8

6,8

Nutzbares Rohprotein

g/TM

131

133

134

134

rNB

g/TM

-10,2

-10,3

-9,7

-9,4

Rohprotein

g/TM

67

69

73

75

Proteinlöslichkeit

% RPr

49

51

56

56

UDP (über Fraktionierung)

% RPr

31

30

29

29

Rohfaser

g/TM

201

193

201

193

aNDFom

g/TM

377

353

364

399

NDFD-30h

% NDF

49,1

48,9 

49,8

50,1

NDFD-240h

% NDF

-

-

-

73,9

ADFom

g/TM

231

224

220

220

Zucker

g/TM

3

2

3

19

Stärke

g/kg TM

319

330

285

308

Rohasche

g/TM

37

35

37

35

Calcium

g/TM

1,8

1,7

2,1

2,1

Phosphor

g/TM

2,0

2,0

1,7

1,9

Natrium

g/TM

0,1

0,1

0,1

0,0

Magnesium

g/TM

1,3

1,2

1,6

1,4

Kalium

g/TM

10

9

10

11

Schwefel

g/TM

1,0

1,0

1,0

1,0

Chlor

g/TM

1,8

1,6

2,0

2,0

Kupfer

mg/TM

6

6

4

4

Zink

mg/TM

25

22

24

24

Mangan

mg/TM

26

18

22

25

Eisen

mg/TM

106

86

88

97

Der Trockensubstanzgehalt liegt im Mittel mit 34% im Optimum (28-35%) und spiegelt die guten Witterungsbedingungen. Nur 5% aller Proben liegen mit >40% Trockensubstanz in einem kritischen Bereich. Hier erhöht sich die Gefahr der Nacherwärmung und Schimmelbildung deutlich. Das Gleiche gilt für Proben mit TS-Gehalten <28%. Nur 5% aller Proben liegen in einem zu niedrigen Trockensubstanzgehalt. Der Energiegehalt von 6,8 MJ NEL/kg TS liegt im Optimum (6,6-7,0 MJ NEL/kg TS) für Maissilagen, welche an laktierende Rinder verfüttert werden sollen und damit auch auf dem Niveau der Vorjahre. Aber nur etwa 67% aller Silagen wurden zum richtigen Zeitpunkt geerntet und einsiliert. Etwa 11 % der Silagen weisen einen Energiegehalt über 7,0 MJ NEL/kg TM auf. Hier besteht die Gefahr der Azidose und der Anteil an Maissilage in der Ration muss begrenzt werden. Der Anteil an Proben mit weniger als 6,6 MJ NEL/kg TS liegt immerhin bei 21%. Hier muss auf die entsprechende Ergänzung mit Energie geachtet werden. Der Rohproteingehalt liegt in diesem Jahr mit 75 g/kg TM zwar über den Werten der Vorjahre (67-73 g/kg TS), aber 60% aller Proben liegen unter 75 g Rohprotein/kg TM. Rohprotein ist auch bei Maissilagen ein wertbestimmender Inhaltsstoff und relativ teuer im Zukauf. Ziel sollten 75 bis 90 g/kg TM sein, wenn Maissilagen an laktierende Kühe verfüttert werden soll. Hier liegt für viele Betriebe ein schon seit Jahren ungenutztes Potential.

Tab. 2: Häckselqualität (HQ) der Maissilagen (Anteil Proben in %)

Jahr

HQ1

HQ2

HQ3

HQ4 / HQ5

2008

8

67

23

2

2013

2

49

45

3

2014

3

63

27

7

2015

13

71

14

1

2016

7

81

12

0

2017

7

87

6

0

2018

5

83

11

1

2019

11

80

9

0

2020

22

75

3

0

HQ1: Häckselqualität sehr gut, HQ2: Häckselqualität gut, HQ3: Häckselqualität verbesserungswürdig, HQ4/5: Häckselqualität schlecht/sehr schlecht

Die Häckselqualität hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. So finden sich dieses Jahr 22 % der Proben in der Klasse eins (sehr gut). Nur 3 % aller Proben wurden in die Klasse 3, also verbesserungswürdig, eingestuft. Eine gute bis sehr gute Häckselqualität ist die Voraussetzung für eine Vermeidung von selektiver Futteraufnahme durch die Kühe und den damit verbundenen negativen Einflüssen auf die Pansenfermentation.

Tab. 3: Anteil an nicht ausreichend angeschlagenen Körnern (Anteil Proben in %)

Jahr

NAK 0%

NAK 5%

NAK >5%

2007

79

20

2

2008

85

12

3

2014

76

18

6

2015

96

4

0

2016

97

3

0

2017

96

4

0

2018

98

1

0

2019

84

15

2

2020

89

9

1

NAK 0%: alle Körner ausreichend zerkleinert, NAK 5%: etwa 5% aller Körner sind ausreichend angeschlagen, NAK >5%: mehr als 5% aller Körner sind ausreichend angeschlagen

Der Anteil an Silagen mit ausreichend angeschlagenen Körnern ist in diesem Jahr mit 89% wieder hoch. Etwa 9 % der Silagen weisen mit ca. 5 % nicht ausreichend angeschlagenen Körnern leichte Mängel auf. Nicht ausreichend angeschlagenen Körnern werde nicht vollständig verdaut und stehen so der Energieversorgung der Kühe und der mikrobiellen Proteinsynthese nicht zur Verfügung. Die Folgen sind geringere Milchleistungen bzw.  geringere Eiweißgehalte in der Milch.

Wie in Tab. 1 zu sehen, liegt die 30 h Verdaulichkeit der NDF mit 50,1% auf dem Niveau der Vorjahre. Eine detailliertere Auswertung der hygienischen Qualität  (Hefen und Schimmelpilze, Mykotoxine) und Parametern des amerikanischen Bewertungssystems (Corn-Silage- Processing-Score/Kernel-Processing Score, in vitro Abbaubarkeit der Stärke, NDF-Verdaulichkeit) erfolgt in einer der nächsten Ausgaben.

 

Stand: Dezember 2020

 

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