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Der Fütterungsberater

Ein Blog zu Futtermittelanalytik, Tiergesundheit, Fütterung und Diätetik.

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Kleintier

Fütterung bei Leishmaniose

Die Leishmaniose ist eine der häufigsten vektorübertragenen sog. „Mittelmeerkrankheiten“. Sie kommt jedoch nicht nur endemisch im europäischen Mittelmeerraum vor (Italien, Spanien, Griechenland), sondern auch im Nahen Osten sowie Südamerika und Teilen der USA. Übertragen wird der Erreger Leishmania infantum direkt von der Sandmücke (Phlebotomina) beim Saugakt, eine Ansteckung infizierter Hunde untereinander wurde bisher nicht nachgewiesen.

Am häufigsten sind importierte Hunde aus dem Auslandtierschutz betroffen, aber auch eine Urlaubsreise in betroffene Länder ohne ausreichenden Schutz gegen Ektoparasiten kann zur Ansteckungsquelle werden. Die Inkubationszeit beträgt mindestens drei Monate (kann aber auch mehrere Jahre betragen), so dass ein Test auf Leishmaniose frühestens drei Monate nach dem Import oder Urlaubsaufenthalt im Mittelmeerraum erfolgen sollte. Häufig ist bei Verdachtsfällen auch eine Testwiederholung nach anfänglich negativem Test nach sechs bis neun Monaten ratsam.

Es werden drei Formen unterschieden, die sich nach der Art der befallenen Organe gliedern: die Kutane- oder Hautform, die Mukokutane- oder Schleimhautform und die Viszerale oder Organform, wobei letztere die schwersten klinischen Verläufe bedingt. Von welcher Form der jeweilige Hund betroffen ist, hängt u.a. von seinem Immunstatus ab.

Während die Hautform sich primär auf die charakteristischen Veränderungen v.a. am Ohrrand bezieht (Nekrosen, meist ohne Juckreiz), äußert sich die Organform durch Krankheitssymptome wie reduziertes Allgemeinbefinden (schlechte Futteraufnahme, reduziertes Körpergewicht, allg. Schwäche und Bewegungsunlust), geschwollene Lymphknoten, Hautveränderungen und Veränderungen in der Blutchemie (erhöhte Nierenwerte, Anämie).

Die Therapie bezieht sich v.a. auf die Erhaltung oder Verbesserung der Lebensqualität unter gleichzeitiger Erregerreduzierung. Eine Heilung im eigentlichen Sinne ist nicht möglich. Neben einer medikamentösen Therapie ist die Diätetik hier ein wichtiger Eckpfeiler zur Verbesserung der klinischen Symptome.

Tritt die Hautform auf, ist es sinnvoll, die Hautgesundheit gezielt zu unterstützen. Dies sollte über die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren geschehen, z.B. Fischöl oder eine geeignete Kombination pflanzlicher Öle. Zudem kann die Zulage von Zink und Vitamin E erhöht werden, um die Hautbarriere und den allgemeinen Immunstatus positiv zu beeinflussen. Werden in der Blutuntersuchung erhöhte Nierenwerte beobachtet, kann zudem eine Diät mit bedarfsangepassten Mengen hochwertigen Eiweißes sowie eine Phosphorreduktion notwendig sein.

Erhält der Patient Allopurinol, muss zudem darauf geachtet werden, eine möglichst purinarme Diät zu füttern. Allopurinol hemmt Enzyme, die physiologischerweise für den Abbau von Purinen verantwortlich sind. Somit kann es zu einem Anstieg von Harnsäure kommen, aus welcher sich leicht Harnkonkremente (Urate) bilden können. Aus diesem Grund sollten purinreiche Futtermittel gemieden werden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Puringehalte [mg/100g uS] in verschiedenen Proteinträgern:

geringe Gehaltemittlere Gehaltehohe Gehalte
pflanzl. Öle0Muskelfleisch (Schw., Kan., Gefl.)160-170Bierhefe450
Milchprodukte0Muskelfleisch (Rd, Lamm)120-140Leber300-350
Vollei5Reis100Ölsardinen250
Apfel, Birne15Haferflocken100Niere200-250
Kartoffeln15    
Tofu20    

Zudem sollte – neben einer purinarmen Ernährung – auf eine ausreichende Wasseraufnahme geachtet werden, um entstehende Uratkonkremente auszuspülen, so dass es nicht zur Kristallisation in der Harnblase kommt. Da Urate nur im sauren Harn-pH-Bereich ausfallen, kann es auch notwendig sein, den pH-Wert im Harn zu alkalisieren, also in den basischen Bereich zu verschieben. Dies kann über eine angepasste Rationszusammenstellung wie auch alkalisierende Supplemente erfolgen. Dies sollte immer über eine individuelle Rationsberechnung erfolgen, um zu starke Beeinflussungen des systemischen Säure-Basen-Status zu vermeiden.

 

Stand: November 2023

 

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