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Der Fütterungsberater

Ein Blog zu Futtermittelanalytik, Tiergesundheit, Fütterung und Diätetik.

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Futtermittel & Laboranalytik

Kann Weizen gefüttert werden, der mit Brandpilzen kontaminiert ist?

In verschiedenen Jahren kommt es in Abhängigkeit von den Witterungseinflüssen immer wieder zu einem erhöhten Befall mit Brandpilzen (https://www.pflanzenkrankheiten.ch/krankheiten-an-kulturpflanzen/getreide-mais/weizen/tilletia-caries-weizen; http://www.pflanzenforschung.de/biosicherheit/forschung/getreide/545.raffiniertes-konzept-weizenflugbrand.html). Am stärksten betroffen sind Weizenschläge. Der Befall ist im Bestand an der Ähre festzustellen, die hier geernteten Partien sind separat zu lagern und zu beurteilen.

Brandpilzarten in Getreide (aber auch in Stroh und auf einigen Gräsern) gehören vor allem zu den Ustilago- und Tilletia – Arten. Weizen wird im Allgemeinen von Ustilago maydis, Ustilago Tritici, Tilletia tritici und Tilletia caries (Weizensteinbrand) befallen.

Da es praktisch kaum möglich ist, die Arten zu differenzieren, werden alle Symptome aufgeführt, die bei der Verfütterung von brandpilzkontaminierten Getreide, Stroh und anderen Grobfutter beschrieben werden.

Die gesundheitlichen Auswirkungen, die vorwiegend als Herdenerkrankung auftreten, sind folgende:

  • starker Speichelfluss und Augentränen
  • Schwellungen und bläschenbildende Entzündungen der Lippen-, Nasen- und Maulschleimhhaut
  • Magenschleimhautentzündungen (selten mit Blutungen verbunden)
  • Benommenheit der Tiere
  • Aufgasungen (Tympanien)
  • Leber- und Nierenschädigungen
  • Lähmungen, besonders der Hinterhand
  • Durchfall
  • Blutharnen
  • Beeinträchtigung des Milchgeschmacks und -geruchs durch das Toxin Trimethylamin (fischartiger Geschmack und Geruch).

Befallsrate:

Ab 0,1 Gewichtsprozent Sporen (entspricht etwa 10 000 Sporen / Korn) darf das Getreide nicht mehr verfüttert werden (Untersuchung in zertifiziertem Labor).

Maßnahmen:

Bei Überschreiten des oben genannten Grenzwertes sind Getreide, Stroh und anderes befallenes Grobfutter nicht verfütterungswürdig, d.h. fütterungsuntauglich. Eventuell können alternativ bestimmte Chargen in Biogasanlagen verwendet werden.

Bei mäßigem Befall wurde auch versucht, die Pilzsporen durch Waschen oder spezielle Reinigungsverfahren zu vermindern. Im Ergebnis haben diese Maßnahmen das Risiko nicht gesenkt und zusätzliche Kosten verursacht.

Ist die Befallsrate nach sachgemäßer Einschätzung gering, lassen sich maximal 1 kg Getreidekorn je Tier und Tag einsetzen. In keinem Fall darf kontaminiertes Getreide an trockenstehende Kühe, an Kühe bis etwa 60 Tagen nach dem Abkalben oder an Jungrinder aller Altersstufen verfüttert werden.

 

Stand: April 2021

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