Kopfgrafik Blog Fütterungsberater

The Feeding advisor

A blog on feedstuff analytics, animal health, feeding and dietetics.

Blogpost
LKVFeeding advisor
Pferd

Fohlenfütterung 2: Fütterung von Absatzfohlen und Jährlingen

Im zweiten Lebenshalbjahr weisen Fohlen noch eine erhebliche Wachstumsrate auf. In Kombination mit der dabei oftmals üblichen Haltung im Laufstall - ein Außenauslauf sollte dabei für alle für Fohlen selbstverständlich sein - und dem Wegfall von Weide als Futtergrundlage stellt dies nicht zu unterschätzende Anforderungen an das Fütterungsmanagement.

Zum einen muss eine Ergänzung von Vitamin A einkalkuliert werden. Während die Versorgung in den Sommermonaten hier über ß-carotinreiches Weidegras abgedeckt ist, ergeben sich im Winter schnell Versorgungsengpässe und schwächen das Immunsystem. In Hinblick auf die Skelettentwicklung spielt auch eine bedarfsdeckende Versorgung mit Calcium, Phosphor, Kupfer und Vitamin D eine entscheidende Rolle.

Auch der erhöhte Proteinbedarf sollte beachtet werden. Zum einen ist eine bedarfsgerechte Proteinversorgung essentiell für alle Aufbau- und Wachstumsvorgänge. Zum anderen begünstigt eine mangelhafte Proteinversorgung bei gleichzeitigem Energieüberschuss (z.B. durch Fütterung eine getreidelastigen Kraftfutters) eine Verfettung.

Ein besonderes Augenmerk wurden in den letzten Jahren auf die Proteinqualität und die Lysingehalte im Aufzuchtfutter gelegt. Während junger Weideaufwuchs diesbezüglich ausreichend hohe Gehalte mit günstigem AS-Muster aufweist, zeigen Heuchargen (mittlerer und später Schnitt) häufig hohe Fasergehalte (NDF) mit geringerer Proteinqualität und niedrigen Lys-Gehalten. Bei mäßiger Grobfutterqualität sollten daher Proteinzulagen mit günstigem AS-Muster erfolgen, z.B. 5-10 % Sojaextraktionsschrot in der Gesamtration.

Die Versorgung mit Energie ist stark von der Haltungsform abhängig. Grundsätzlich sollte auch im Winter abseits der Weidesaison ein Außenauslauf angeboten werden. Idealerweise werden dort mehrere Jungtiere zusammengehalten, so dass sich diese gegenseitig zu Bewegung animieren. Dies ist wichtig für die Entwicklung von Skelett, Sehnen und Bändern. Ist während Schlechtwetterperioden oder aus anderen Gründen die Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt, muss die Menge des Kraftfutters daran angepasst werden. Werden die Tiere längere Zeit bewegungsarm gehalten, hemmt diese Inaktivität auch das Skelettwachstum. Die in diesem Fall notwendige Einschränkung der Energiezufuhr bedingt dann ein langsameres Wachstum und ein späteres Erreichen des Adultgewichts (mit 12 Monaten erst ca. 60% erreicht).

Für die Fütterung in den Wintermonaten empfiehlt sich daher Folgendes:

  • Die Basis stellt wie bei jeder equidengerechten Ration ein Raufutter guter Qualität dar. Um die Protein- und Mineralstoffzufuhr zu optimieren, empfiehlt es sich hier, ein Gemisch aus Gras- und Leguminosenheu zu verfüttern. Um eine überhöhte Energieaufnahme zu vermeiden, sollte eine ad libitum-Vorlage vermieden werden.
  • Als Kraftfutter/ Müsli empfiehlt sich ein Gemisch aus Getreide und Eiweißträgern. Pro 100kg KM sollten hier 0,5 bis max. 1,5 kg zugeteilt werden. Die genaue Menge richtet sich dabei nach der Rasse und der Bewegungsintensität der Tiere. Zu hohe Mengen begünstigen eine Verfettung, senken die Raufutteraufnahme und können evtl. neben anderen Faktoren für eine Enterotoxämie (Cl. perfringens) verantwortlich sein. Grundsätzlich sollte die Tagesration an Kraftfutter auf 3-4 kleinere Rationen aufgeteilt werden.
  • Die Gabe von Mineralfutter ergibt sich aus der Vitaminsierung und Mineralisierung des Kraftfutters. Gerade beim Jungtier im Wachstum empfiehlt sich hier eine genaue Kalkulation der erforderlichen Supplementierung von Mineralstoffen.

Im darauffolgenden Frühjahr gehen die Jährlinge wieder auf die Weide. Die Umstellung auf den zucker- und proteinreichen Aufwuchs sollte allmählich erfolgen (Weidegang auf wenige Stunden begrenzen), anfangs sollte die parallele Gabe von kleinen Mengen an Heu und Kraftfutter noch beibehalten werden.

Während der Hauptvegetationsperiode ist die Deckung des Energie- und Proteinbedarfs durch die Aufnahme von Grünfutter sichergestellt. Eine Ergänzung mit Kraftfutter und Proteinträgern ist in aller Regel nicht notwendig (TS-Aufnahme von ~ 2 kg/100 kg KM/Tag und Energiegehalt von 8-9 MJ ME/kg TS im Grünfutter). Gerade bei leichtfuttrigen Rassen sollte daher über eine Begrenzung der Futteraufnahme auf der Weide nachgedacht werden (Flächen portionieren, evtl. vorher hoch angesetzt mähen). In sehr trockenen Sommern mit ungenügendem Aufwuchs kann eine Zufütterung dann wieder notwendig sein.

In allen Fällen ist jedoch die Supplementierung eines Mineralfutters (für Weidehaltung) notwendig. Bei reiner Weidehaltung besteht häufig ein Defizit an Kupfer und Selen sowie ein enges Ca:P-Verhältnis.

Bei der Aufstallung im darauffolgenden Herbst hat das Fohlen bereits 80-90 % seines Endgewichts erreicht, so dass jetzt die Fütterung an die adulter Pferde angepasst werden kann (Heu plus Ergänzung mit Mineralfutter und ggf. Hafer).

Stand: Juni 2023

 

Download

 

Back

Inhalt Seiteneigenschaft amPageNavType: ""

Inhalt Seiteneigenschaft amPageFreeProperty: ""

Inhalt Seiteneigenschaft amPagesExample: ""