Gründe für eine schlechte Futterakzeptanz beim Hund
Wenn der eigene Hund das bekannte Futter plötzlich verschmäht oder die sonst gewohnte Fresssucht auf einmal vermissen lässt, können die Gründe dafür vielfältig sein.
Möglicherweise schmeckt das bisher verfütterte Futter einfach nicht mehr. Dies kann an einer Änderung der Rezeptur von Seiten des Herstellers liegen. Hier empfiehlt es sich, auf die Zutatenliste zu schauen, da hier alle Einzelkomponenten in absteigender Mengenangabe aufgeschlüsselt sind. Zudem ist es möglich, dass das Futter zu lange „offen“ war und somit einfach nicht mehr schmeckt. Handelt es sich um Nassfutter, kann es auch bei Aufbewahrung offener Dosen im Kühlschrank nach zwei Tagen zum Verderb kommen. Damit geht eine Geschmacksabweichung einher, die vom Hund als unangenehm empfunden werden kann. Aber auch länger geöffnetes Trockenfutter kann an Aroma verlieren oder z.B. von Futtermotten befallen werden. Da auf die meisten Extruderfutter Fett ausgesprüht wird, können bei langer Lagerung an hellen warmen Räumen zudem Oxidationsprozesse stattfinden (Fett wird „ranzig“), was zu einem bitteren Geschmack und somit Ablehnung des Futters führen kann.
Können die oben genannten, futterspezifischen Faktoren ausgeschlossen werden, liegt die Ursache des Problems wohl beim Hund selbst. Es gibt Hunde, die einfach gern etwas Abwechslung im Napf haben. Die Lösung dafür ist schnell gefunden: Man kann innerhalb der bevorzugten Futtersorte regelmäßig die Geschmacksrichtung (sprich z.B. die Fleischsorte – Verträglichkeit vorausgesetzt) wechseln. Hierbei bietet es sich an, etwas kleinere Futtersäcke zu kaufen, um keinen 15kg-Sack über sechs Monate angerissen zu lassen. Auch kann man ab und zu Trocken- und Nassfutter abwechselnd verfüttern. Auch ein Mischen dieser beiden Futterkonfektionierungen im Napf ist möglich und wird von den meisten Hunden gern angenommen. Der Rat, dies aufgrund der “unterschiedlichen Verdauungszeiten“ zu unterlassen, gehört hierbei ins Reich der Mythen.
Gerade bei älteren Hunden lässt der Geruchs- und Geschmackssinn nach, was ebenfalls dazu führen kann, dass bisher gern gefressenes Futter verschmäht wird. In diesem Fall lohnt es sich, das Futter geschmacklich etwas lukrativer zu gestalten. Folgende Präferenzen wurden für den Hund nachgewiesen:
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Allerdings sollte man sich bei allem Verständnis für die geschmacklichen Vorlieben des eigenen Hundes keinen Mäkler heranziehen, der immer mehr Abwechslung und immer mehr Sonderleckereien verlangt. So gibt es Hunde, die gemerkt haben, dass, wenn sie das dargebotene Futter verschmähen, etwas Joghurt, Leberwurst etc. dazugemischt wird. Hat man diesen Verdacht, sollte das angebotene Futter dann nach einiger Zeit wieder weggestellt werden und auch mal eine Mahlzeit wegfallen.
Bei allen den oben genannten Gründen für die Verweigerung des Futters, sollten auch mögliche gesundheitliche Störungen nicht aus dem Fokus geraten. So können Zahnprobleme – Frakturen der Backenzähne, durch Zahnstein bedingte Entzündungen, lockere Zähne etc. – dazu führen, dass plötzlich nicht mehr gerne gefressen wird und vor allem trockene Futtermittel (Trockenfutter wie Kauartikel) gemieden werden. Nassfutter hingegen wird meist noch gern angenommen. Auch Schmerzen jeglicher Art (orthopädischen wie auch internistischen Ursprungs) können zu Futterverweigerung führen. An erster Stelle sollte hierbei aber an eine mögliche Magen-Darm-Problematik gedacht werden. Diese kann sowohl akut (meist stellen sich kurze Zeit später Begleitsymptome wie Durchfall oder Erbrechen ein) wie auch chronisch sein. Bei letztgenanntem ist v.a. an IBD (= intestinal bowel disease, chronische Darmentzündung) oder auch an eine Futtermittelunverträglichkeit zu denken. Hat der Hund die Erfahrung gemacht, dass ihm eine bestimmte Futtersorte oder Futterzutat nicht bekommt (z.B. Bauchschmerzen ausgelöst hat), wird er dieses Futter zukünftig möglicherweise instinktiv meiden.
Als letzten Punkt sollte man bei den aktuell hohen Temperaturen auch berücksichtigen, dass es v.a. Hunden mit dichtem langem Fell auch ähnlich wie bei uns Menschen hitzebedingt den Appetit verschlagen kann. Das ist vorübergehend unproblematisch, solange ausreichend Wasser aufgenommen wird. Alternativ kann gekühltes oder Futter in Eisform angeboten werden, wenn der Hund keinen empfindlichen Magen hat.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Verweigerung von Futter multifaktoriell bedingt sein kann. Sowohl die Zusammensetzung wie mikrobiologische Stabilität des Futters wie auch die Gesundheit des eigenen Hundes sollten hierbei in die Ursachenforschung einbezogen werden.
Stand: Juni 2023


