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Kleintier

Öle in der Hundefütterung

Hunde sind auf die exogene Zufuhr von für sie essentiellen Fettsäuren angewiesen. Das bedeutet, dass diese Fettsäuren nicht selbst synthetisiert werden können, aber dennoch lebensnotwendig sind. Beim Hund sind dies Linol- und Alpha-Linolensäure sowie Eicosapentaen (EPA)- und Docosahexaensäure (DHA). Für Welpen ist zusätzlich die Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure essentiell.
 

Tab. 1: Fettsäuremuster verschiedener in der Hundefütterung verwendeter Öle

 

Linolsäure

(Omega-6-Fettsäure)

Alpha-Linolensäure

(Omega-3-Fettsäure)

EPA/ DHA

(Omega-3-Fettsäuren)

Algenöl

 

 

38 %

Distelöl

75 %

 

 

Fischöl

2 %

1 %

18 %

Hanföl

55 %

19 %

 

Kokosöl

2 %

1 %

 

Kürbiskernöl

49 %

 

 

Leinöl

14 %

52 %

 

Maiskeimöl

55 %

1 %

 

Olivenöl

8 %

0,8 %

 

Rapsöl

18 %

9 %

 

Sojaöl

54 %

8 %

 

Sonnenblumenöl

52 %

 

 

Walnussöl

52 %

12 %

 

Weizenkeimöl

60 %

11 %

 


Wie aus Tab. 1 ersichtlich, ist zur ausreichenden Bedarfsdeckung die Kombination aus mindestens zwei Ölen notwendig, um die Versorgung mit allen essentiellen Fettsäuren sicherzustellen. Hierbei wird meist Leinöl (höchster Gehalt an Alpha-Linolensäure) gemeinsam mit einem linolsäurereichen Öl (z.B. Soja- oder Sonnenblumenöl) eingesetzt. Linolsäure ist jedoch auch in tierischen Fetten vorhanden. Vor allem beim Leinöl ist zu beachten, dass dieses sehr oxidations- und somit verderbsanfällig ist. Daher sollte es immer in dunklen Flaschen kühl gelagert werden und nach Anbruch möglichst schnell aufgebraucht werden. Um die Vorratshaltung mehrerer kleiner Ölflaschen zu vermeiden, kann für diesen Zweck auch geeignetes kombiniertes Omega-3-6-Öl gefüttert werden. Um den Oxidationsvorgang einzudämmen, kann z.B. Vitamin E als natürliches Antioxidanz dem Öl zugesetzt werden. Bei der Wahl des Öl-Mixes sollte aber auf ein Produkt speziell für Hunde zurückgegriffen werden, da Humanprodukte ein anderes Mischverhältnis haben (ergibt sich aus dem abweichenden Bedarf an essentiellen Fettsäuren).

Die Zufütterung von maritimen Fetten wie Fischöl ist nicht zwingend notwendig. Die beiden dort enthaltenen Fettsäuren EPA und DHA werden bei ausreichender Eigensynthese vom Hund selber aus der Linolensäure gebildet. Zudem enthalten sie nicht selten hohe Gehalte an Schwermetallen. Nur bei diätetischer Begründung ist eine Zufütterung daher unverzichtbar.

Häufig wird auch aus speziellen diätetischen Gründen Öl gezielt zu einer ansonsten ausbalancierten Ration zugelegt. Beispiele hierfür können linolsäurehaltige Öle bei Hautpatienten sein oder die Zufütterung von Omega-3-Fettsäuren bei entzündlichen Gelenksbeschwerden. In diesem Zusammenhang sollte aber immer der Energiegehalt dieser Fette beachtet werden. So mancher Hund hat durch eine regelmäßige Gabe von Ölen zu einer an sich schon energiebedarfsdeckenden Ration ungewollt an Gewicht zugelegt.

Vorsicht ist auch bei Ölen geboten, die ätherische Öle enthalten wie z.B. Schwarzkümmelöl. Dieses steht immer wieder im Verdacht, lebertoxisch zu sein. Aus diesem Grund sollte auf eine Verfütterung verzichtet werden.

Einen aus ernährungsphysiologischer Sicht Sonderfall stellt Kokosöl dar. Es enthält hohe Mengen mittelkettiger Fettsäuren, für deren Verfügbarkeit im Organismus keine enzymatische Spaltung im Dünndarm notwendig ist. Daher finden sie v.a. in der spezielle Diätetik Anwendung. Zum anderen stellen sie gut verfügbare Energiequellen für das Nervensystem dar, so dass sie z.B. bei Epileptikern mit Erfolg eingesetzt werden.

Es lässt sich also zusammenfassen, dass eine Rationsergänzung mit Ölen immer individuell betrachtet werden sollte, das Fettsäuremuster der Öle bei der Auswahl eine wichtige Rolle spielt und “gut gemeint“ nicht immer „gut gemacht“ ist.

 

Stand: August 2024

 

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