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Futtermittel & Laboranalytik

Über die Notwendigkeit von Preiswürdigkeitsberechnungen bei Grobfuttermitteln


Die Preiswürdigkeit von Grobfuttermitteln wird maßgeblich durch den Gehalt an Nährstoffen und die hygienische Qualität (Rohaschegehalt, Gärqualität, mikrobiologische Qualität) bestimmt. Der ermittelte Wert kann dann den Produktionskosten gegenübergestellt werden. Auf diese Weise können mögliche Reserven in den Betrieben aufgedeckt werden und sollten ein unverzichtbares Tool in der betriebswirtschaftlichen Betrachtung sein.

Für die Berechnung der Preiswürdigkeit auf Basis der Nährstoffe werden traditionell der Energiegehalt (MJ ME/kg TM) und der Rohproteingehalt (CP) verwendet. Grundsätzlich eignen sich aber auch andere Parameter wie die Verdaulichkeit der organischen Substanz (OMD), die Verdaulichkeit der NDFom oder das sidP (dünndarmverdauliches Protein). Da diese Parameter je nach Erntezeitpunkt und Pflanzenbestand stark schwanken, ist eine regelmäßige Futtermittelanalyse eine notwendige Voraussetzung.

Mithilfe von mathematischen Vergleichsverfahren wie der Austauschmethode nach Löhr oder dem Verfahren nach Köhne wird der Wert der Silage mit den Marktpreisen von Standardfuttermitteln wie Getreide und Sojaextraktionsschrot abgeglichen. Es ist immer sinnvoll, einen zweifaktoriellen Ansatz, wie z. B. von Energie und Rohprotein, zu wählen.

In Tabelle 1 werden für 2 verschiedene Silagequalitäten die Preiswürdigkeit berechnet.


Tab. 1: Beispiel für eine Preiswürdigkeitsberechnung

 

TM

[g/ kg]

ME

[MJ/ kg TM]

CP

[g/ kg TM]

Preis

[€/ dt]

Preis

[€/ dt TM]

Futtergerste

880

13,4

123

17,00

 

Sojaextraktionsschrot

890

13,9

500

40,00

 

Grassilage 1

300

11,0 (6,6)

160

5,94

19,81

Grassilage 2

300

9,5 (5,7)

130

4,97

16,56

Die Werte in Klammern sind der Gehalt an MJ NEL/ kg TM


Wie in Tabelle 1 gezeigt, kann der Preis ohne Weiteres um 1 €/ dt schwanken. Unter der Annahme, dass eine Milchkuh im Jahr etwa 50 dt TM Grobfutter benötigt (ohne Verluste), sind dies 166 €/ Kuh und Jahr (50 dt TM/ 30% TM-Gehalt = 166 dt OS/ Kuh und Jahr). Bei 1000 Milchkühen verliert der Betrieb durch die geringeren Silagequalitäten 166.000 €/ a bzw. muss die fehlenden Nährstoffe für diesen Betrag zukaufen. Auch wenn man unterstellt, dass die schlechtere Qualität nur 25 % des gefütterten Grobfutters ausmacht, muss der Betrieb noch Nährstoffe im Wert von 41.000 € zukaufen.

Dieses Beispiel zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist:

  1. hochwertige Silagen zu erzeugen,
  2. die Preiswürdigkeit der erzeugten Silagen zu kennen und
  3. den Wert der erzeugten Grobfuttermittel mit den Produktionskosten zu vergleichen.

Neben den reinen Inhaltsstoffen entscheidet die hygienische Qualität über den realen Wert des Futters. Eine schlechte Gärqualität – erkennbar an hohen Buttersäuregehalten, Schimmel oder Nacherwärmung – führt zu massiven Energie- und Trockenmasseverlusten. Zudem sinkt die Futteraufnahme der Tiere drastisch, was teure Leistungseinbußen und Tierarztkosten nach sich zieht. Eine vermeintlich günstige Silage mit Fehlgärung wird dadurch schnell zum wirtschaftlichen Verlustgeschäft.

Aus diesem Grunde gilt die ermittelte Preiswürdigkeit nur bei sehr guter hygienischer Qualität, also bei:

  1. niedriger Rohasche,
  2. guter und sehr guter Gärqualität,
  3. geringer mikrobiologischer Belastung,
  4. guter Häckselqualität und
  5. ausreichend gut angeschlagenen Körnern.

In der Routineuntersuchung liegen Informationen bezüglich Rohasche, Gärqualität, Häckselqualität und nicht angeschlagene Körner vor. Diese können also bei der Preiswürdigkeitsberechnung mitberücksichtigt werden.

 

Stand: August 2026

 

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