Auswertung der Mengenelementgehalte Calcium, Phosphor und Natrium in Pferdeheuchargen aus den Jahren 2022 - 2025
Die Nährstoffprofile in Pferdeheu haben sich in den letzten Jahren im Vergleich mit Futterwerttabellen teils deutlich verändert. Dies betrifft nicht nur die Energie- und Proteingehalte, sondern auch die Mineralstoffkonzentrationen.
Die folgenden Auswertungen zeigen daher die Werte für die Ca-, P- und Na-Gehalte in Pferdeheuchargen aus den vergangenen vier Jahren.
Calcium (Ca)
In der Degussa-Futterwerttabelle werden für späte Heuschnitte Ca-Gehalte von 3,9 – 4,9 g Ca/ kg angegeben. Unsere Auswertungen zeigen dabei ein ähnliches Bild (Abb. 1).

Abb. 1: Calciumgehalte (g/kg TS) in Pferdeheuchargen aus den Jahren 2022 bis 2025
Ausgehend von dem mittleren Energiegehalt im Heu (siehe Blogartikel vom 27.04.2026) wurden in der folgenden Tabelle für drei Beispielpferde die Heuaufnahme und darauf basierend die Ca-Aufnahme kalkuliert. Für das Ca wurde hierbei mit den Analysenwerten aus dem Futtermittellabor gerechnet und jeweils der Mittelwert, der Minimalwert und der Maximalwert angesetzt, um die starke Streuung innerhalb der Heuproben zu verdeutlichen.
Warmblut | Pony | Warmblut | ||
Bedarf | 18 g Ca/ d | 10 g Ca/ d | 20 g Ca/ d | |
Ca – MinLabor | 1,1 g/ kg OS | 8,91 g Ca/ d | 3,85 g Ca/ d | 12,9 g Ca/ d |
Ca – MWLabor | 6,8 g/ kg OS | 55,1 g Ca/ d | 23,8 g Ca/ d | 79,6 g Ca/ d |
Ca - MaxLabor | 17,8 g/ kg OS | 144 g Ca/ d | 62,3 g Ca/ d | 208 g Ca/ d |
Tab. 1: Geschätzte Ca-Aufnahme, ausgehend von Laboranalysenwerten
Es zeigt sich, dass bei einem mittleren Ca-Gehalt von 6,8 g Ca/ kg OS keine Ca-Supplementierung über ein Mineralfuttermittel o.ä. notwendig ist. Der Bedarf ist in allen drei Beispielen deutlich gedeckt. Bei Minimalgehalten wird der Bedarf unterschritten, bei Maximalwerten deutlich überschritten. Gerade bei Pferden, die unter Ca-haltigen Harnkonkrementen (Grieß, Steine, Sludge etc.) leiden, ist es daher ratsam, für geeignete diätetische Maßnahmen eine Laboranalyse durchführen zu lassen.
Phosphor (P)
In letzter Zeit wird vermehrt diskutiert, dass die P-Gehalte in Pferdeheuchargen deutlich unter den Literaturwerten liegen. Dieser Aspekt konnte ausgehend von den in Abb. 2 gezeigten Analysedaten nicht bestätigt werden. In der Literatur (z.B. „Pferdefütterung“, Meyer/Coenen, 5. Aufl.) werden P-Gehalte von 2,4 – 3,2 g/ kg für mittlere bis späte Schnitte angegeben. Die Analysenwerte aus dem Futtermittellabor liegen teilweise darunter (Abb. 2), was aber keine bedeutenden Folgen für die Versorgungslage hat.

Abb. 2: Phosphorgehalte (g/kg TS) in Pferdeheuchargen aus den Jahren 2022 bis 2025
Analog zum Rechenbeispiel für Calcium wurde für drei Beispielpferde die P-Versorgungslage unter Mittelwerte und Minimal- und Maximalextremen betrachtet (Tab. 2).
Warmblut | Pony | Warmblut | ||
Bedarf | 13 g P/ d | 7 g P/ d | 13 g P/ d | |
P – MinLabor | 0,8 g/ kg OS | 6,48 g P/ d | 2,8 g P/ d | 9,36 g P/ d |
P – MWLabor | 3,0 g/ kg OS | 24,3 g g P/ d | 10,5 g P/ d | 35,1 g P/ d |
P - MaxLabor | 27 g/ kg OS | 219 g P/ d | 94,5 g P/ d | 316 g P/ d |
Tab. 2: Geschätzte P-Aufnahme, ausgehend von Laboranalysenwerten
Auch hier sind Fehlversorgungen in den Minimal- und Maximalbereiche zu beobachten. Deutlich überhöhte P-Aufnahmen sind v.a. bei Pferden mit eingeschränkter Nierenfunktion zu vermeiden. Ausgehend von Mittelwerten stellt sich jedoch eine nicht supplementierungswürdige Versorgungslage dar.
Natrium (Na)
Im Gegensatz zu den Ca- und P-Gehalten sehen wir bei den Na-Gehalten teils deutliche Abweichungen von der Literaturwerten. In der Degussa-Futterwerttabelle wird ein Na-Gehalt von 0,5 g/ kg für mittlere und späte Schnitte angegeben. Eine Übersicht der gemessenen Na-Konzentrationen ist der Abb. 3 zu entnehmen.
Abb. 3: Natriumgehalte (g/kg TS) in Pferdeheuchargen aus den Jahren 2022 bis 2025
Zeigen sich die Na-Gehalte in der großen Skalierung noch annähernd denen der Futterwerttabelle, wird bei detaillierterer Betrachtung der niedrigen Messbereich ersichtlich, dass ein Großteil der gemessenen Na-Gehalte deutlich unter 0,5 g/ kg liegt; die Mediane liegen nur im Bereich um 0,2 g/kg. Das hat Folgen für die Rationsgestaltung (Tab. 3):
Warmblut | Pony | Warmblut | ||
Bedarf | 3 g Na/ d | 2 g Na/ d | 30 g Na/ d | |
Na - MinLabor | 0,0 g/ kg OS * | 0 g Na/ d | 0 g Na/ d | 0 g Na/ d |
Na - MWLabor | 0,6 g/ kg OS | 4,86 g Na/ d | 2,1 g Na/ d | 7 g Na/ d |
Na - MaxLabor | 3,2 g/ kg OS | 25,9 g Na/ d | 11,2 g Na/ d | 37,4 g Na/ d |
Tab. 3: Geschätzte Na-Aufnahme, ausgehend von Laboranalysenwerten
Es zeigt sich, dass ausgehend vom Na-Mittelwert (MWLabor) der Na-Bedarf der drei Beispieltiere nur knapp gedeckt ist. Für das Rationsbeispiel „Warmblut, Erhaltung“ weisen 68% aller analysierten Proben keinen ausreichend hohen Na-Gehalt auf, für das Pony sogar 77% aller analysierten Proben (Ponys erhalten aufgrund ihres im Vergleich zum Warmblut niedrigeren Erhaltungsbedarfs geringere Heumengen). Daher sei an dieser Stelle die Forderung wiederholt, auch Pferden im Erhaltungsbedarf immer einen Salzleckstein zu Verfügung zu stellen (Ausnahme: Stute mit Fohlen bei Fuß). Beim Sportpferd mit Schweißverlusten ist der Na-Bedarf nicht alleinig über einen Salzleckstein zu decken. Hier sollten kristallines Salz als Zugabe zum Krippenfutter oder Salzpasten zum Einsatz kommen.
Stand: Mai 2026


