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Der Fütterungsberater

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Der Einsatz von mikrobiellem Protein in der Hundefütterung


Die Suche nach alternativen Proteinquellen in der Fütterung von Hunden spielt seit Jahren eine immer größere Rolle. Gründe dafür sind zum einen ökologische Überlegungen – also die Fütterung von Fleisch bzw. tierischen Nebenprodukten zu reduzieren. Aber auch die zunehmende Allergieproblematik unter Hunde zwingt Hundehalter und Industrie, “neue“ Proteinquellen zu etablieren.

Bislang wurde der Fokus in diesem Zusammenhang zum einen auf die Insektenproteine (v.a. Hermetiaprodukte, aber auch Seidenraupenpuppen werden immer häufiger eingesetzt) und zum anderen auf pflanzliche Proteinquellen (Sojaprodukte, Erbse/Bohne/Lupine, Kartoffelprotein) gelegt. Seit wenigen Monaten gibt es als dritte Säule dieser Proteinalternativen nun kommerzielle Hundefutter auf dem Markt, deren Protein mikrobieller Herkunft ist.

Die Basis hierbei bildet eine Bakterienpopulation – in diesem Fall aus Methylococcus capsulatus (Bath). Diese Bakterien nutzen Methan als Hauptenergiequelle und fermentieren dieses.

Ihren Ursprung haben sie in heißen Thermalquellen in Großbritannien, wo sie in den 1970er Jahren erstmals entdeckt wurden (in der Nähe der namensgebenden Stadt Bath). Daraufhin wurden sie auch in anderen methanreichen Habitaten gefunden: in Böden, Seen und Ozeanen. Hier spielt Methylococcus capsulatus eine wichtige Rolle für den globalen Kohlenstoffkreislauf.

Für die Futtermittelindustrie werden die Mikroorganismen in einem sog. Bioreaktor (geschlossenes System, was gegenüber äußeren Umwelteinflüssen abgeriegelt ist) unter für sie optimalen Bedingungen bezüglich Temperatur, pH-Wert und Sauerstoffgehalt in der Luft kultiviert. In dieses System wird Methan als deren Energiequelle eingeleitet, woraus die Bakterien Kohlenstoff und Energie bilden. Durch die für sie idealen Haltungsbedingungen wachsen und vermehren sie sich rasch. Wenn eine ausreichende Masse erreicht wird, wird diese “geerntet“ und anschließend filtriert und getrocknet. Dadurch wird das mikrobielle Protein zum einen haltbar gemacht und zum anderen in eine Form gebracht, in der es leicht weiterverarbeitet werden kann. Nach anschließender Qualitätskontrolle steht es als Einzelkomponente dem zu produzierendem Hundefutter zur Verfügung.

Dieses Protein zeichnet sich durch eine hohe biologische Wertigkeit aus – es enthält also alle Aminosäuren im für den Hund optimalen Verhältnis zueinander und ist in dieser Hinsicht mit tierischem konventionellem Protein verleichbar. Dies ist auch einer der entscheidenden Unterschiede zu veganen Proteinquellen. Hier ist in aller Regel der Zusatz einzelner Aminosäuren (v.a. Methionin) notwendig, um eine vollständige Bedarfsdeckung zu erreichen. Zudem ist das gebildete Protein leicht verdaulich. Auch bezüglich der Akzeptanz wurden bisher keine Unterschiede zu Futtermitteln mit konventionellen Proteinquellen beschrieben.

Die Vorteile lassen damit mit den folgenden Punkten zusammenfassen:

  • Gute Akzeptanz und ein mit Fleisch vergleichbares Aminosäuremuster (= hohe biologische Wertigkeit)
  • Eine weitere alternative Proteinquelle für Allergiker
  • Die Produktionsbedingungen sind nachhaltig, es werden weniger Ressourcen verbrauch:
    • keine Nutztierhaltung notwendig
    • sehr geringer Flächenverbrauch
    • deutlich erniedrigte CO2-Emmission
    • kein Einsatz von Pestiziden oder Herbiziden notwendig
    • deutlich verringerter Wasserverbrauch
    • unabhängig von saisonalen oder wetterbedingten Schwankungen

Das Protein ist von der EU als Futtermittelkomponente zugelassen. EFSA-Studien (Europ. Behörde für Lebensmittelsicherheit) bestätigen die Freiheit von Antibiotika, Schwermetallen oder Pestiziden.

Aufgrund all dieser Aspekte stellt das mikrobielle Protein von Methylococcus capsulatus eine geeignete Alternative zu herkömmlichen Proteinquellen dar, was auch mit der guten Akzeptanz und hohen Verdaulichkeit begründet ist.

 

Stand: Februar 2026

 

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