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Der Fütterungsberater

Ein Blog zu Futtermittelanalytik, Tiergesundheit, Fütterung und Diätetik.

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Futtermittel & Laboranalytik

Ergebnisse der Getreideernte 2025 – Mineralstoffe


Die Getreideernte 2025 ist abgeschlossen und wird bereits verfüttert. In Rationen für Milchkühe, aber vor allem auch in der Fütterung von Schweinen und Geflügel, werden nicht unbedeutende Mengen an Getreide eingesetzt. Für eine genaue Rationsplanung und bedarfsgerechte Versorgung mit Mengen- und Spurenelementen ist die Kenntnis der Gehalte im Getreide von Vorteil.

Die bislang durchgeführten Analysen lassen folgende Rückschlüsse auf den Gehalt an Mineralstoffen zu:

Tab. 1: Mineralstoffgehalte im Getreide in der Ernte 2025

Element

Weizen

Gerste

Roggen

Triticale

Hafer

Calcium [g/kg TS]

0,33

0,55

0,41

0,40

1,02

Phosphor [g/kg TS]

3,32

3,39

3,28

3,65

3,80

Natrium [g/kg TS]

0,02

0,08

0,01

0,05

0,06

Magnesium [g/kg TS]

1,11

1,12

1,05

1,21

1,19

Kalium [g/kg TS]

4,19

5,16

5,04

5,17

4,64

Chlor [g/kg TS]

0,76

1,09

0,65

0,61

0,66

Schwefel [g/kg TS]

1,48

1,34

1,18

1,38

1,53

DCAB [meq/kg TS]

-16,4

+19,4

+28,1

+27,7

+3,5

Kupfer [mg/kg TS]

3,72

4,30

3,24

4,79

3,87

Zink [mg/kg TS]

24,2

30,8

33,9

39,6

27,9

Mangan [mg/kg TS]

27,6

13,4

24,7

37,5

32,3

Eisen [mg/kg TS]

41,0

48,5

34,3

40,2

72,0


Calcium, Phosphor, Natrium, Magnesium, Kalium, Chlor und Schwefel werden als Mengenelemente bezeichnet, da sie im Vergleich zu den Spurenelementen durchschnittlich in höheren Konzentrationen (> 50 mg/kg Körpermasse) vorkommen. Kupfer, Zink, Mangan und Eisen zählen zu den Spurenelementen. Die Konzentrationen an Eisen liegen zwar zum Teil ebenso > 50 mg/kg Körpermasse, funktionell gehört Eisen dennoch zu den Spurenelementen.

Tab. 2: Calcium- und Phosphorgehalte [g/kg TS]

Probenart

Calcium [g/kg TS]

Phosphor [g/kg TS]

Mittelwert

Min0,997

Max0,997

Mittelwert

Min0,997

Max0,997

Weizen

0,33

0,16

0,67

3,32

2,33

4,34

Gerste

0,55

0,26

1,87

3,39

1,87

4,46

Roggen

0,41

0,31

0,54

3,28

2,30

3,91

Triticale

0,40

0,27

0,95

3,65

3,09

4,65

Hafer

1,02

0,80

1,28

3,80

3,56

4,07


Hafer weist im Vergleich zu den anderen Getreidearten (0,3-0,6 g/kg TS) einen relativ hohen Calciumgehalt von durchschnittlich 1 g/kg TS auf. Die Phosphorgehalte unterscheiden sich kaum zwischen den Getreidearten und liegen zwischen 3,2-3,8 g/kg TS. Besonders bei Getreide sollte jedoch auf die Verwertbarkeit von Calcium und Phosphor eingegangen werden.

Alle hier genannten Getreidearten enthalten vor allem in den Randschichten des Korns (der Getreidekleie) Phytinsäure. Diese dient in Samen als Phosphorspeicher und liegt dort gebunden als Phytat-Phosphor vor. Während Wiederkäuer in der Lage sind, diese Phytat-Komplexe in den Vormägen aufzuspalten, so ist die Ausnutzung durch Monogastrier (Schwein, Geflügel) durch fehlende Phytat-spaltende Enzyme nur eingeschränkt möglich. Durch ein Einweichen des Futters können natürlich vorkommende Phytasen aktiviert werden, welche die Phytinsäure abbauen. Das Vorkommen von natürlichen Phytasen variiert jedoch stark von Pflanzenart zu Pflanzenart. In der Fütterung von Monogastriern werden deshalb generell Phytasen eingesetzt, um die Phosphor-Verdaulichkeit zu erhöhen sowie dessen Ausscheidung aus ökologischen und ökonomischen Gründen zu reduzieren.

Des Weiteren bildet Phytat Komplexe mit Calcium (z.B. Ca-Phytat), Zink und Eisen. Diese Komplexe können im Verdauungstrakt nicht absorbiert werden, wodurch neben der schlechten Phosphorverdaulichkeit auch die Aufnahme von Calcium, Zink und Eisen gehemmt wird.

Tab. 3: Natrium- und Magnesium-Gehalte [g/kg TS]

Probenart

Natrium [g/kg TS]

Magnesium [g/kg TS]

Mittelwert

Min0,997

Max0,997

Mittelwert

Min0,997

Max0,997

Weizen

0,02

0,001

0,17

1,11

0,76

1,41

Gerste

0,08

0,010

0,32

1,12

0,66

1,40

Roggen

0,01

0,001

0,02

1,05

0,93

1,19

Triticale

0,05

0,001

0,46

1,21

0,94

1,54

Hafer

0,06

0,003

0,11

1,19

1,01

1,38


Natrium kommt nur in sehr geringen Gehalten in Futtermitteln vor. Bei den bisher durchgeführten Analysen lagen die Gehalte zwischen 0,01 und 0,08 g Natrium/kg TS. Die durchschnittlichen Magnesiumgehalte unterscheiden sich ebenso wie die Phosphatgehalte kaum zwischen den Getreidearten und liegen zwischen 1,1‑1,2 g Magnesium/kg TS.

Tab. 4: Chlor- und Schwefel-Gehalte [g/kg TS]

Probenart

Chlor [g/kg TS]

Schwefel [g/kg TS]

Mittelwert

Min0,997

Max0,997

Mittelwert

Min0,997

Max0,997

Weizen

0,76

0,66

0,87

1,48

1,24

1,62

Gerste

1,09

0,53

1,73

1,34

0,45

1,54

Roggen

0,65

0,53

0,82

1,18

0,99

1,36

Triticale

0,61

0,55

0,67

1,38

1,34

1,42

Hafer

0,66

0,43

0,95

1,53

1,26

1,71


Die Mengenelemente Chlor, Schwefel und Kalium zeigen ebenso wenig Variation und liegen bei allen Getreidearten zwischen 0,6-1,1 g Chlor/kg TS, 1,2-1,5 g Schwefel/kg TS und 4,2‑5,2 g Kalium/kg TS. Die Dietary-Cationen-Anionen-Balance (DCAB) wird von den Gehalten an Kalium, Natrium, Chlor und Schwefel beeinflusst. Die DCAB Werte schwanken sowohl zwischen den Getreidearten (-16 bis +28 meq/kg TS) als auch innerhalb einer Getreideart nicht unerheblich. Für Weizen ergab sich als einziges Getreide eine negative DCAB von durchschnittlich ‑16,4 meq/kg TS. Einerseits enthielten die Weizenproben viel Schwefel, andererseits war der Gehalt an Kalium am geringsten im Vergleich aller Getreidearten. Roggen hatte durchschnittlich die positivste DCAB von +28,1 meq/kg TS durch einen hohen Kaliumgehalt und gleichzeitig eher geringe Gehalte an Chlor und Schwefel.

Tab. 5: Kalium-Gehalte [g/kg TS] und DCAB-Werte [meq/kg TS]

Probenart

Kalium [g/kg TS]

DCAB [meq/kg TS]

Mittelwert

Min0,997

Max0,997

Mittelwert

Min0,997

Max0,997

Weizen

4,19

3,04

5,94

-16,4

-33,2

-1,8

Gerste

5,16

2,93

7,39

19,4

-4,3

60,0

Roggen

5,04

3,84

5,60

28,1

-3,5

46,0

Triticale

5,17

4,26

5,88

27,7

22,0

32,0

Hafer

4,64

3,52

5,21

3,5

-23,0

25,0


Tab. 6: Kupfer- und Zink-Gehalte [mg/kg TS]

Probenart

Kupfer [mg/kg TS]

Zink [mg/kg TS]

Mittelwert

Min0,997

Max0,997

Mittelwert

Min0,997

Max0,997

Weizen

3,72

2,56

4,74

24,2

14,8

38,3

Gerste

4,30

1,57

6,00

30,8

9,7

54,7

Roggen

3,24

1,63

4,26

33,9

29,0

39,6

Triticale

4,79

4,25

5,33

39,6

34,3

44,9

Hafer

3,87

3,48

4,61

27,9

22,9

32,8


Die Kupfergehalte lagen im Bereich von 3,2-4,7 mg/kg TS und schwankten wenig. Schafe reagieren im Vergleich zu anderen Tierarten sehr sensibel auf eine bedarfsüberschreitende Aufnahme von Kupfer. Jedoch zeigen sich erst bei Gehalten von 20 mg/kg TS klinische Symptome, sodass in der Regel Getreide ohne Bedenken verfüttert werden kann. Die durchschnittlichen Gehalte an Zink variierten von 24 g/kg TS bei Weizen bis zu 40 g/kg TS bei Triticale.

Tab. 7: Mangan- und Eisen-Gehalte [mg/kg TS]

Probenart

Mangan [mg/kg TS]

Eisen [mg/kg TS]

Mittelwert

Min0,997

Max0,997

Mittelwert

Min0,997

Max0,997

Weizen

27,6

16,0

54,4

41,0

27,1

79,8

Gerste

13,4

5,3

19,8

48,5

8,4

111,2

Roggen

24,7

14,9

40,5

34,3

29,0

42,1

Triticale

37,5

35,2

39,8

40,2

30,8

49,5

Hafer

32,3

31,6

33,3

72,0

49,5

100,3


Gerste wies durchschnittlich den geringsten Gehalt an Mangan mit 13,4 mg/kg TS auf, während die restlichen Getreidearten im Bereich von 25-38 mg/kg TS lagen. Die Gehalte von Eisen lagen bei allen Getreidearten zwischen 34 und 48 mg/kg TS. Lediglich Hafer hatte einen Eisengehalt von 72 mg/kg TS.

Es zeigte sich, dass sich die Gehalte an Mengen- und Spurenelementen zwischen den Getreidearten und Proben unterscheiden können. Für eine genaue Rationsberechnung ist demnach eine Analyse der Mengen- und Spurenelemente zu empfehlen.

 

Stand: November 2025

 

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