Ergebnisse der Maissilage Ernte 2025 – Teil I
Die Mais-Ernte 2025 verlief durch die vielerorts kalten und nassen Witterungsbedingungen zur Ernte nicht optimal, zum Teil herrschten schlechte Bedingungen zur optimalen Abreife der Maispflanzen. Trotz dessen konnten gute Ergebnisse erzielt werden.
Tab. 1: Futterwert 1 der Maissilagen
Jahr |
| 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Trockensubstanz % |
| 35,3 | 36,2 | 36,9 | 35,1 |
je kg TS: |
|
| |||
NEL | MJ | 6,7 | 6,9 | 6,7 | 6,8 |
ME | MJ | 11,1 | 11,3 | 11,1 | 11,2 |
MEGfE2023 | MJ |
|
| 11,4 | 11,5 |
OMDFAN1 | % |
|
| 75,4 | 76,1 |
Rohprotein | g | 73 | 71 | 68 | 69 |
Proteinlöslichkeit | % | 57 | 50 | 58 | 54 |
UDP | % | 28 | 29 | 28 | 29 |
nRPr | g | 132 | 134 | 131 | 132 |
rNB | g | -9,4 | -10,1 | -10,0 | -10,1 |
sidP | g |
|
| 83 | 84 |
RMD | g N |
|
| -9,3 | -9,2 |
sidLys | g |
|
| 6,8 | 6,9 |
sidMet | g |
|
| 2,3 | 2,3 |
sidHis | g |
|
| 1,8 | 1,8 |
Rohfaser | g | 204 | 178 | 193 | 186 |
aNDFom | g | 413 | 379 | 391 | 375 |
NDFD-30 | % | 49,3 | 53,8 | 55,8 | 55,9 |
NDFD-240 | % | 80,2 | 78,8 | 73,8 | 75,6 |
ADFom | g | 232 | 212 | 221 | 215 |
ADL | g | 24 | 21 | 25 | 24 |
uNDF240 | g |
|
| 109 | 92 |
Zucker | g | 15 | 22 | 21 | 22 |
Stärke | g | 311 | 352 | 352 | 350 |
Stärkebeständig. | % | 17 | 16 | 17 | 16 |
NFC | g | 458 | 492 | 488 | 501 |
Rohfett |
| 30 | 32 | 28 | 30 |
ELOS | % | 72 | 74 | 71 | 73 |
Tab. 2: Futterwert 2 der Maissilagen
Jahr | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | |
Trockensubstanz % | 35,3 | 36,2 | 36,9 | 35,1 | |
je kg TS: | |||||
Rohasche | g | 33 | 32 | 31 | 32 |
Calcium | g | 2,1 | 1,7 | 1,6 | 1,6 |
Phosphor | g | 1,9 | 2,0 | 2,1 | 1,9 |
Natrium | g | 0,08 | 0,05 | 0,05 | 0,04 |
Magnesium | g | 1,4 | 1,3 | 1,2 | 1,2 |
Kalium | g | 11 | 9 | 10 | 9 |
Schwefel | g | 1,0 | 0,9 | 0,9 | 0,9 |
Chlor | g | 2,2 | 1,8 | 1,6 | 1,8 |
Kupfer | mg | 4 | 3 | 3 | 3 |
Zink | mg | 25 | 22 | 24 | 21 |
Mangan | mg | 24 | 20 | 19 | 17 |
Eisen | mg | 94 | 67 | 80 | 72 |
Trockensubstanzgehalt
Der Trockensubstanzgehalt liegt im Mittel mit 35,1% an der oberen Grenze des Optimums (28-35%) und somit geringfügig unter dem durchschnittlichen Trockensubstanzgehalt der letzten Jahre. 11% aller Proben weisen einen Trockensubstanzgehalt >40% auf und liegen damit in einem kritischen Bereich. Für diese Proben erhöht sich die Gefahr der Nacherwärmung und Schimmelbildung deutlich. Nur wenige Proben (2%) weisen dagegen einen TS-Gehalten <28% auf. Hier erhöht sich die Gefahr der Sickersaftbildung und der Fehlgärung. Insgesamt liegen also 87% der Maissilagen 2025 in einem Bereich zwischen 28-40% Trockensubstanz und wurden zum optimalen Erntezeitpunkt gehäckselt.
Energiegehalt
Der Energiegehalt von 6,8 MJ NEL/kg TS liegt im Optimum (6,6-7,0 MJ NEL/kg TM) für Maissilagen, welche an laktierende Rinder verfüttert werden sollen und damit auch auf dem Niveau der Vorjahre. 71% aller Silagen wurden zum richtigen Zeitpunkt (6,6-7,0 MJ NEL/kg TM) geerntet und einsiliert. Etwa 17% der Silagen weisen einen Energiegehalt über 7,0 MJ NEL/kg TM auf. Hier besteht ein erhöhtes Azidoserisiko und der Anteil an Maissilage in der Ration muss ggf. begrenzt werden. Der Anteil an Proben mit weniger als 6,6 MJ NEL/kg TM liegt bei 11% und hat sich im Vergleich zum Vorjahr halbiert. Hier muss in der Rationsgestaltung auf die entsprechende Ergänzung mit Energie geachtet werden. Nach den neuen Versorgungsempfehlungen liegt die MEGfE2023 bei 11,5 MJ/kg TS.
Rohproteingehalt
Der Rohproteingehalt liegt im Erntejahr 2025 mit 69 g/kg TM auf dem Niveau des Vorjahres, aber unter den Werten der Jahre 2022-2023 (71-73 g/kg TS). Dies zeigt sich auch darin, dass 53% aller Proben einen Rohproteingehalt von unter 70 g Rohprotein/kg TM aufweisen. Im Vergleich der Vorjahre nimmt der Anteil an Proben mit einem Rohproteingehalt unter 70 g Rohprotein/kg TM zu (2022: 37%, 2023: 47%, 2024: 61%). Rohprotein ist auch bei Maissilagen ein wertbestimmender Inhaltsstoff und relativ teuer im Zukauf. Ziel sollten 70 bis 90 g/kg TM sein, wenn Maissilagen an laktierende Kühe verfüttert werden sollen. Hier liegt für viele Betriebe ein schon seit Jahren ungenutztes Potential.
Stärkegehalt
Der Stärkegehalt liegt mit 350 g/kg TM im Optimum (300-400 g/kg TM) und auf dem Niveau des Vorjahres. Der optimale Stärkegehalt richtet sich überwiegend nach dem Anteil an Maissilage in der Ration. Nur 2% aller Proben weisen einen Stärkegehalt unter 250 g/kg TM auf. Die Ursache liegt in den regional bedingt sehr unterschiedlichen Witterungsbedingungen, vor allem Wassermangel (fehlender Niederschlag). Dagegen weisen 12% aller Proben einen Stärkegehalt von über 400 g/kg TM auf. Hier besteht die Gefahr der Azidose und der Anteil an Maissilage in der Ration muss ggf. begrenzt werden.
Fasergehalt
Der Gehalt an Faserstoffen ist mit 375 g/kg TS aNDFom typisch für Maissilagen und mit den Vorjahren vergleichbar. Er liegt unter dem Wert von 2024 (391 g aNDFom /kg TS) und ermöglicht so bei maissilagebetonten Rationen eine ausreichende Versorgung an strukturwirksamer Faser. Es wurden nur bei 1% der Proben erhöhte aNDFom-Gehalte (>450 g/kg TM) analysiert. Dies geht mit einem Rückgang des Energiegehaltes einher und führt möglicherweise zu erhöhtem Einsatz von energiereichen Konzentraten.
Häckselqualität
Tab. 3: Häckselqualität (HQ) der Maissilagen (Anteil Proben in %)
Jahr | HQ1 | HQ2 | HQ3 | HQ4 / HQ5 |
2020 | 22 | 75 | 3 | 0 |
2021 | 20 | 75 | 4 | 0,2 |
2022 | 47 | 50 | 2 | 0,1 |
2023 | 56 | 42 | 1,9 | 0,1 |
2024 | 47 | 49 | 3 | 0,2 |
2025 | 7 | 79 | 12 | 1,2 |
HQ1: Häckselqualität sehr gut, HQ2: Häckselqualität gut, HQ3: Häckselqualität verbesserungswürdig, HQ4/5: Häckselqualität schlecht/sehr schlecht
Die Häckselqualität hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert. So finden sich im Erntejahr 2025 86% der Proben in den Klassen eins und zwei (sehr gut und gut). 12% aller Proben wurden in die Klasse 3, also verbesserungswürdig, eingestuft. Eine gute bis sehr gute Häckselqualität ist die Voraussetzung für eine Vermeidung von selektiver Futteraufnahme durch die Kühe und den damit verbundenen negativen Einflüssen auf die Pansenfermentation.
Anteil nicht ausreichend angeschlagener Körner
Der Anteil an Silagen mit ausreichend angeschlagenen Körnern liegt im Erntejahr 2025 bei 78% und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Etwa 18% der Silagen (und damit der doppelte Anteil im Vergleich zum Vorjahr) weisen mit ca. 5% nicht ausreichend angeschlagenen Körnern leichte Mängel auf. Der Anteil von Proben mit nicht ausreichend angeschlagenen Körnern über 5% liegt bei 4% aller Proben. Nicht ausreichend angeschlagene Körner werden nicht vollständig verdaut und stehen so der Energieversorgung der Kühe und der mikrobiellen Proteinsynthese nicht zur Verfügung. Die Folgen sind geringere Milchleistungen bzw. geringere Eiweißgehalte in der Milch.
Tab. 4: Anteil an nicht ausreichend angeschlagenen Körnern (Anteil Proben in %)
Jahr | NAK 0% | NAK 5% | NAK >5% |
2020 | 89 | 9 | 1 |
2021 | 86 | 13 | 2 |
2022 | 89 | 9 | 2 |
2023 | 86 | 11 | 3 |
2024 | 72 | 22 | 6 |
2025 | 78 | 18 | 4 |
NAK 0%: alle Körner ausreichend zerkleinert, NAK 5%: etwa 5% aller Körner sind ausreichend angeschlagen, NAK >5%: mehr als 5% aller Körner sind ausreichend angeschlagen
Zellwandverdaulichkeit (NDFD)
Wie in Tab. 1 zu sehen, liegt die 30 h Verdaulichkeit der NDF mit 56% auf dem Niveau des Vorjahres. Nur bei 5% der Proben liegt die NDF-Verdaulichkeit < 50%. Die NDFD240 liegt durchschnittlich bei 76% und damit leicht über dem Erntejahr 2024. Die unverdauliche NDF nach 240h liegt im Mittel aller Proben bei 92 g/kg TS und damit unter dem Wert von 2024 (109 g/kg TS). Hinsichtlich der Rationsgestaltung sollte dies bei hohen Anteilen an Maissilage in der Ration berücksichtigt werden. Zielwerte für die uNDF240 liegen bei 9-12% uNDF240 in der Ration.
Eine detailliertere Auswertung der mikrobiologischen Qualität und Parametern des amerikanischen Bewertungssystems (Corn-Silage- Processing-Score/Kernel-Processing Score, in vitro Abbaubarkeit der Stärke, NDF-Verdaulichkeit) erfolgt im 2. Teil des Blogartikels.
Stand: Februar 2026


