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Der Fütterungsberater

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Pferd

Neues zur diätetischen Unterstützung von Magengeschwüren beim Pferd


Vor allem bei Sportpferden wie auch bei Fohlen sind Magengeschwüre ein weit verbreitetes Problem. Die auftretenden Symptome decken dabei die gesamte Bandbreite von „klinisch unauffällig“ bis hin zu Zähneknirschen, Speicheln, reduzierter Futteraufnahme und Koliken ab.

Als Hauptrisikofaktoren werden Stress, eine Behandlung mit NSAIDs, Defizite in der Rationsgestaltung sowie ausschließliche Boxenhaltung angesehen. Aus Fütterungssicht begünstigen lange Nüchternzeiten und eine kraftfutterbetonte Rationsgestaltung mit hohen Stärkemengen die Entstehung von Magenulzera. Die Hauptlokalisation dieser Magenschleimhautveränderungen adulter Pferde ist der Übergang von drüsenloser zu drüsenhaltiger Magenschleimhaut. Bei Fohlen werden Ulzera hingegen auch im übrigen Teil des Magens beobachtet.

Dieser Artikel soll auf die Diagnostik und medikamentöse Therapie nicht eingehen und vielmehr das Fütterungsmanagement in den Fokus rücken.

Sowohl präventiv wie auch bei erfolgter Diagnosestellung sollte die Aufnahme von stärkehaltigem Kraftfutter limitiert werden. Hierbei sollte pro Mahlzeit eine Menge von 300 g/ 100 kg KM nicht überschritten werden. Daneben sollten auch lange Nüchternphasen von über sechs Stunden vermieden werden. Dies verhindert, dass Magensäure kontinuierlich ohne eine entsprechende Pufferung produziert wird.

Wichtige vorbeugende Effekte sind zum einen die Produktion von magensäurepuffernden Substanzen, die durch eine ausreichende Speichelbildung bewirkt wird. Zum anderen hat eine ausreichende Durchmischung des Mageninhalts eine schützende Wirkung. Beide Punkte werden durch eine Fütterung von Raufutter unmittelbar vor der Kraftfuttergabe positiv beeinflusst. In Hinblick auf die Raufuttergabe sollte zudem die geforderte Mindestmenge von 1,5 kg/ 100 kg KM nicht unterschritten werden.

Bei der Auswahl des Raufutters gerät Luzerne immer wieder in den Fokus. Während Luzerneheu scheinbar einen protektiven Effekt auf die Magengesundheit hat und so eine Ergänzung von 0,5 kg Luzerne/ 100 kg KM empfohlen wird, scheinen Luzernehäcksel durch ihre mechanische Beschaffenheit Schleimhautläsionen am Pylorus zu forcieren.

Im Hinblick auf das Fütterungsmanagement sollte auch der Abstand zwischen Fütterung und Arbeit betrachtet werden. Sowohl unter Berücksichtigung der Verdauungsvorgänge im Magen-Darm-Trakt wie auch einer optimalen Energie- und Elektrolytversorgung während der Arbeit sollte die letzte Fütterung ca. 3-4 Stunden vor Arbeitsbeginn erfolgen.

In neueren Studien wird der Effekt von Omega-3-Fettsäuren auf die Magengesundheit untersucht. Hier wurden Sportpferde auf das Auftreten und den Schweregrad von Magengeschwüren hin untersucht. Im Versuchsaufbau wurden zwei Fütterungsgruppen gebildet. Eine bekam eine Mischung aus Mais- und Leinsamenöl mit hohen Gehalten an Linol- und Alpha-Linolensäure. Die andere Gruppe bekam eine Zulage einer Mischung aus Gamma-Linolensäure und Fischöl (reich an DHA und EPA). Die Gruppe, die die Fischölzulage erhielt, fiel durch erhöhte Konzentrationen dieser Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) in den Erythrozyten auf. Zudem zeigten diese Tiere eine erniedrigte Prävalenz an Magengeschwüren. Daher kann davon ausgegangen werden, dass der Einsatz EPA- und DHA-reicher Fette wie z.B. Fischöl oder Algenöl aufgrund ihrer antiinflammatorischen Eigenschaften auch zur Prophylaxe von Magenschleimhautschäden induziert ist und bei bereits erkrankten Tieren eine ergänzende diätetische Therapieoption darstellt.

Das Einmischen von Ölen (bis 50 mg/ 100 kg KM) stellt auch eine gute Option zur Energieaufwertung bei ulcusbedingt abgemagerten Pferden dar. Auf die Gabe großer Kraftfuttermengen sollte hier, wie oben bereits erwähnt, verzichtet werden.

Als die genannten diätetischen Aspekte ersetzen jedoch nicht die Beseitigung zugrundeliegender Ursachen von Magenulzera. So sollten die Haltungsbedingungen optimiert werden – weitgehender Verzicht auf Boxenhaltung, Angebot von ausreichend Weidegang – und Stressfaktoren wie Überlastung im Sport und unpassende Gruppenzusammenstellung vermieden bzw. abgestellt werden.

 

Stand: März 2026

 

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