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Der Fütterungsberater

Ein Blog zu Futtermittelanalytik, Tiergesundheit, Fütterung und Diätetik.

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Futtermittel & Laboranalytik

Pflanzenanalyse aktuell


Die Pflanzenanalyse ist ein unverzichtbares Werkzeug für eine moderne, präzise Landwirtschaft zur Beurteilung der Nährstoffversorgung landwirtschaftlicher Kulturen. Im Gegensatz zur Bodenanalyse, die das potenzielle Nährstoffangebot im Boden erfasst, zeigt die Pflanzenanalyse den tatsächlichen Nährstoffstatus der Pflanze zum Zeitpunkt der Probenahme. Dadurch lassen sich sowohl Mangel- als auch Überschusssituationen frühzeitig erkennen und gezielte Maßnahmen ableiten.


Ziele der Pflanzenanalyse

  • Diagnose von Nährstoffmängeln oder -überschüssen
  • Optimierung der Düngung (standort- und kulturspezifisch)
  • Sicherung von Ertrag und Qualität
  • Kontrolle der Nährstoffeffizienz
  • Unterstützung nachhaltiger und ressourcenschonender Bewirtschaftung

 

Vorteile gegenüber anderen Methoden

  • Direkte Aussage über die Pflanzenernährung
  • Erkennung latenter Mängel (bevor sichtbare Symptome auftreten)
  • Anpassung von Blattdüngungsmaßnahmen während der Vegetation

Die Aussagekraft einer Pflanzenanalyse hängt stark von der korrekten Probenahme ab. Für jede Kultur existieren spezifische Richtlinien zur Probennahme und zur Bewertung der Analyseergebnisse. Einflussgrößen sind:

  • Entwicklungsstadium der Kultur
  • gewähltes Pflanzenorgan
  • Witterung und Jahresverlauf
  • Sortenunterschiede
  • Standortbedingungen

Die gezielte Anwendung der Pflanzenanalyse bei anspruchsvollen Kulturen wie aktuell bei Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln trägt entscheidend dazu bei Ertrag, Qualität und Wirtschaftlichkeit zu sichern. Damit leistet die Pflanzenanalyse auch einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion.

  • Düngemaßnahmen optimieren
  • Ressourcen effizient nutzen
  • Umweltbelastungen reduzieren

 

Pflanzenanalyse bei Mais

Mais ist eine intensiv geführte Kultur mit hohem Nährstoffbedarf, insbesondere an Stickstoff und Kalium. Die Pflanzenanalyse spielt eine wichtige Rolle bei der Feinsteuerung der Düngung im Wachstumsverlauf.

Typischerweise erfolgt die Probenahme im Stadium von 6–10 Blättern oder zur Blüte. Das entspricht den EC-Stadien im Bereich von EC 33 bis EC 69. Analysiert werden die mittleren Blätter bei einer Pflanzenhöhe von 40 – 60 cm und während des Rispenschiebens bzw. die Kolbenblätter zum Zeitpunkt der Blüte.

Bei Mais liegt ein besonderes Augenmerk auf folgenden wichtigen Nährstoffen:

  • Stickstoff (N): entscheidend für Wachstum und Proteinsynthese
  • Phosphor (P): wichtig für Wurzelentwicklung und Energiehaushalt
  • Kalium (K): reguliert Wasserhaushalt und Standfestigkeit
  • Magnesium (Mg): unentbehrlich für Photosynthese
  • Zink (Zn): häufig limitierend bei Mais, besonders auf kalkreichen Böden
  • Bor (B): positiv für Wurzelwachstum und wesentlich für Blütenansatz und Kolbenbildung

Durch die Pflanzenanalyse können z. Bsp. diese typischen Mangelerscheinungen geprüft werden:

  • Stickstoffmangel: hellgrüne bis gelbliche Blätter
  • Phosphormangel: rötliche bis violette Verfärbungen
  • Zinkmangel / Magnesiummangel: gestreifte Chlorosen an Blättern

Die Bedeutung der Pflanzenanalyse beim Mais liegt darin, dass so eine bedarfsgerechte Nachdüngung ermöglicht wird, insbesondere bei unsicheren Witterungsbedingungen oder ungleichmäßiger Nährstofffreisetzung im Boden. Sie trägt außerdem dazu bei, Ertragsverluste durch versteckte Mängel zu vermeiden.

 

Pflanzenanalyse bei Zuckerrüben

Zuckerrüben sind eine Kultur mit extrem hohen Anforderungen an die Nährstoffversorgung, insbesondere hinsichtlich Bor, Kalium und Stickstoff. Da die Qualität (Zuckergehalt) stark von der Nährstoffbalance abhängt, ist die Pflanzenanalyse hier besonders wertvoll.

Die Probenahme bei Zuckerrüben erfolgt in den EC-Zeiträumen von Mitte Juni – Ende August. Dies entspricht der Phase von Reihenschluss bis Beginn der Zuckeranreicherung. Die zu analysierenden Pflanzenteile sind die gerade voll entwickelten Blätter sowie bei Futterrüben nur die Blattspreiten der gerade voll entwickelten Blätter.

Wichtige Nährstoffe

  • Stickstoff (N): beeinflusst Ertrag und Zuckergehalt
  • Kalium (K): wichtig für Osmoregulation
  • Bor (B): unverzichtbar für Zellwandbildung und Zuckertransport

Typische Mängel

  • Bormangel: Herz- und Trockenfäule
  • Stickstoffüberschuss: hohe Blattmasse, niedriger Zuckergehalt
  • Kalimangel: verminderte Trockentoleranz mit gelben / braunen Blatträndern

Die Pflanzenanalyse erlaubt eine gezielte Steuerung der Düngung, insbesondere zur Vermeidung von Qualitätsverlusten. Sie hilft, das Gleichgewicht zwischen Ertrag (Rübenertrag) und Qualität (Zuckergehalt) zu optimieren.

 

Pflanzenanalyse bei Kartoffeln

Kartoffeln reagieren sehr empfindlich auf Nährstoffungleichgewichte. Neben dem Ertrag ist vor allem die Qualität der Knollen (Größe, Stärkegehalt, Lagerfähigkeit) entscheidend.

Die Analyse erfolgt meist im Stadium der Knollenansatzphase bis zur Vollentwicklung, also zum EC-Stadium von 40 bis 69. Die untersuchten Pflanzenteile sind die gerade voll entwickelte Blätter.

Wichtige Nährstoffe

  • Stickstoff (N): beeinflusst Blattwachstum und Knollenertrag
  • Kalium (K): wichtig für Knollenbildung, Wasserhaushalt und Lagerqualität
  • Magnesium (Mg): zentral für Photosynthese und Knollenausbildung
  • Calcium (Ca): verbessert Krankheitsresistenz und Schalenqualität

Typische Mängel

  • Stickstoffmangel: schwaches Wachstum, kleine Knollen
  • Kaliummangel: geringe Knollenqualität, erhöhte Krankheitsanfälligkeit
  • Magnesiummangel: interkostale Chlorosen an älteren Blättern

Die Pflanzenanalyse bei Kartoffeln unterstützt die Anpassung der Nährstoffversorgung während der Vegetation, insbesondere bei intensiven Anbausystemen. Sie hilft, Qualitätsmängel wie Hohlherzigkeit oder schlechte Lagerfähigkeit zu vermeiden.

 

Links

Hier finden Sie eine Anleitung zur Probenahme.

Zur Einsendung von Proben nutzen Sie bitte unseren Probenbegleitschein.

 

Stand: Mai 2026

 

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