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Der Fütterungsberater

Ein Blog zu Futtermittelanalytik, Tiergesundheit, Fütterung und Diätetik.

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Purinarme Fütterung bei Hunden


Eine purinarme ist bei speziellen Krankheitsbildern wie der Leishmaniose unter Allopurinoltherapie oder bei Xanthin-Harnsteinen angezeigt. Doch welche Futtermittel sind besonders purinreich und wie sieht die optimale Rationsgestaltung aus?

Normalerweise werden mit der Nahrung aufgenommene Purine zu Harnstoff umgewandelt und über die Niere ausgeschieden. Ist diese Umwandlungsweg kann jedoch gestört sein:

  • Bei Leishmaniosepatienten hemmt das Medikament Allopurinol diesen Abbauweg – der Pruinabbau endet auf Stufe der Xanthine (eigentlich nur ein Zwischenprodukt). Diese fallen im Harn zu schwer lösbaren Kristallen aus und können die Entstehung von Harnsteinen bedingen.
  • In seltenen Fällen kann die Xanthinurie aber auch primärer Natur sein. Hierbei handelt es sich um einen genetischen Defekt, welcher dazu führt, dass das Enzym Xanthinoxidase in nicht ausreichender Menge gebildet wird und somit Xanthin nicht weiter zu Harnstoff abgebaut wird.

In beiden Fällen ist eine purinarme Ernährung diätetisch angezeigt.

Besonders hohe Puringehalte sind insbesondere in Fleisch und hier v.a. in tierischen Nebenprodukten, also Innereien enthalten, sowie in fetthaltigem Fisch. Daher sollten die folgenden Einzelkomponenten wenn möglich gemieden oder nur in sehr geringen Anteilen gefüttert werden:

  • Innereien (Leber, Lunge, Niere, Milz, …)
  • Bindegewebsreiche Schlachtabfälle (Häute etc.)
  • Fetthaltige Fischsorten, insb. Makrele, Sardinen und Sardellen
  • Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen etc.)
  • Bierhefe

Im Gegenzug dazu haben die folgenden Futtermittel niedrige Puringehalte und sollten die Grundpfeiler einer angepassten Diät darstellen:

  • Milchprodukte
  • Ei und Eiprodukte
  • Muskelfleisch
  • die meisten Obst- und Gemüsesorten (Ausnahme: Spinat)

Tab. 1 zeigt beispielhaft die Puringehalte ausgewählter Futtermittel:

Tab. 1: Puringehalte in mg/ 100g OS

Bierhefe

450

Leber (Rind, Schwein)

300 – 350

Sojabohnen

210

Seelachs, Kabeljau

180 – 190

Muskelfleisch (mager)

160 – 170

Weizen, Hirse

80 – 90

Kartoffeln

15

Vollei

5

Quark, Joghurt

0

Neben einer purinarmen Diät sind auch die weiteren Faktoren für eine erfolgreiche Prophylaxe von Xanthinkristallen relevant:

  • Harndilution: Um die Konzentration lithogener (= steinbildender) Substanzen möglichst gering zu halten, ist die Verdünnung des Harns und somit eine gesteigerte Wasseraufnahme ein wichtiges diätetisches Mittel. Die empfohlene Wasseraufnahmemenge beträgt dabei 15ml Wasser/ kg KM/ Tag. Hierzu kann die Tagesration in „suppiger“ Konsistenz verfüttert werden und/oder das eigentliche Trinkwasser geschmacklich interessanter gestaltet werden (verdünnt mit Joghurt, Fleischbrühe, Leberwurst etc. – Achtung: Häufiger das Wasser wechseln!).
  • Einstellung eines geeigneten Harn-pH-Wertes: Xanthine sind im sauren pH unlöslich, daher sollte für eine Steigerung der Löslichkeit und damit schnelleren Ausscheidung der Harn-pH auf 7,0 - 7,5 eingestellt werden. Dies kann regelmäßig mit einem in Apotheken erhältlichen Teststick überprüft werden. Der gewünschte pH-Bereich kann unter Umständen durch die Gabe von Kaliumzitrat eingestellt werden.

Eine angepasste Diät aus den drei Grundpfeilern der Fütterung bei Neigung zu Harnsteinen

  1. Reduzierte Aufnahme lithogener Substanzen (hier: Purine)
  2. Harnverdünnung durch erhöhte Wasseraufnahme
  3. Einstellung eines geeigneten Harn-pH-Werts (hier: 7,0 – 7,5)

stellt daher ein geeignetes Mittel, um einem gestörten Purinstoffwechsel entgegenzuwirken.

 

Stand: November 2025

 

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