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Der Fütterungsberater

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Pferd

Tipps zur Pferdefütterung im Herbst


Der Übergang zur kalten Jahreszeit stellt für viele Pferde eine Herausforderung dar. Neben der Anpassung an die abnehmende Tageslichtdauer und niedrigere Temperaturen steht auch das veränderte Fütterungsmanagement im Fokus.
 

Immunsystem stärken

Der Fellwechsel sowie das kalt-feuchte Wetter können das Immunsystem schwächen und das Pferd anfälliger für Infektionskrankheiten machen. Aus diesem Grund sollte über eine angepasste Zulage der Nährstoffe, die direkt an immunologischen Vorgängen beteiligt sind, nachgedacht werden:

  • Zink: Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Zellteilung und zahlreichen Funktionen des Immunsystems.
  • Selen: Selen wirkt gemeinsam mit Vit. E antioxidativ und schützt die Zellmembranen. Allerdings sollte hier immer die enge therapeutische Breite von Selen beachtet werden, da Pferde auch sehr sensibel auf eine Überversorgung reagieren. Im Zweifelsfall sollte der Selengehalt der verfütterten Heucharge (v.a. bei selengedüngten Flächen) analysiert werden und die Gesamtration in Hinblick auf die Selen-Versorgungslage berechnet werden.
  • Vitamin C: Vit. C ist an der direkten Immunantwort gegen pathogene Erreger beteiligt und an der Bildung bestimmter Blutzellen beteiligt.
  • Vitamin E: Als Antioxidans schützt es die Körperzellen vor freien Sauerstoffradikalen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Zellschutz.

Auch ausreichend individuell angepasste Bewegung, so viel wie möglich Aufenthalt im Freien und möglichst wenig äußere Stressoren stärken das Immunsystem.


Fellwechsel meistern

Der Fellwechsel stellt den Stoffwechsel vor besondere Herausforderungen. So ist der Bedarf an “fellrelevanten“ Nährstoffen wie Zink, Kupfer, Vit. A und Vit. E erhöht. Diese sind am Epithel- und Kollagenstoffwechsel beteiligt und schützen die Hautbarriere. Eine Mangelversorgung kann sich in verstärkter Schuppenbildung, stumpfem, brüchigen Fell und eingeschränktem Fellwachstum äußern.

Auch Fettsäuren sind an der Integrität der Hautbarriere und somit an der Fellqualität beteiligt. Die dafür wichtigen Omega-3-Fettsäuren sind z.B. in Lein- und Fischöl in hohen Mengen enthalten. Bei der Supplementierung größerer Mengen sollte v.a. bei leichtfuttrigen Pferden dabei aber auch immer die Gesamtenergieaufnahme im Auge behalten werden.

Um den Fellwechsel zu erleichtern, ist regelmäßiges Striegeln unumgänglich. Dadurch wird abgestorbenes Haar entfernt und durch den mechanischen Einfluss die Hautdurchblutung (und somit Stoffwechselversorgung der Haare) angeregt.


Wurmkuren

Nach der Weidesaison und um das Immunsystem nicht durch einen unentdeckten Befall mit Endoparasiten zu schwächen, ist es im Herbst Zeit für eine Wurmkur. Mancher Pferdebesitzer bevorzugt dabei das Prinzip der selektiven Entwurmung. Hierbei wird mittels einer Kotprobe der tatsächliche Befall mit Endoparasiten (v.a. Magen-Darm-Strongyliden) festgestellt und nur bei Bedarf entwurmt. Zu beachten ist jedoch, dass diese Methode ihre Tücken haben kann. Eier und Larvenstadien der Würmer werden nicht kontinuierlich ausgeschieden. Daher kann es passieren, dass falsch-negative Ergebnisse einen Wurmbefall überdecken.


Fokus auf das Raufutter

Mit dem Wechsel von der Weide auf den Paddock oder in die Box verändert sich auch durch die Wechsel von der Frischgras- auf die Heuration die Nährstoffzusammensetzung des Raufutters. Wichtig ist auch hier (wie im Frühjahr) ein langsamer und schrittweiser Wechsel, da das Darmmikrobiom ca. 6 Wochen Zeit benötigt, um sich auf das veränderte Nährstoffmuster einzustellen. Wurde auch während der Weidesaison Heu zugefüttert, fällt der Wechsel natürlich leichter.

Vorsicht ist bei “frischem“ Heu angebracht: Heu sollte mindestens sechs, besser acht Wochen gelagert sein, bevor es verfüttert wird. Auch wenn es sensorisch bereits ausreichend trocken erscheint, sind in der Phase des sog. Heuschwitzens doch noch mikrobiologische Umsetzungsvorgänge aktiv, die der Gesundheit des Pferdes massiv schaden könnten. Auch bei der Verfütterung ausreichend lang gelagerter neuer Heucharge empfiehlt sich anfangs ein Vermischen mit der Heucharge aus dem vergangenen Jahr, um den Darmmikroben die Umstellung zu erleichtern und das Risiko von Durchfall oder Ausgasungen zu vermindern.


Vorsicht vor Fruktanen

Sonnenlichtreiche aber kalte Tage forcieren hohe Fruktangehalte im Gras. Durch die Sonneneinstrahlung wird die Pflanze zur Fotosynthese angeregt, kann die gewonnene Energie aber durch die niedrigen Temperaturen (evtl. noch in Kombination mit Wassermangel) aber nicht in Wachstum umsetzen und produziert so Zuckerverbindungen (Fruktane) als Energiespeicherformen. Vor allem bei stoffwechselsensiblen Pferden (EMS, M. Cushing, Insulindysregulation, Prädisposition zu Reheschüben) sollte daher der Weidegang nur kontrolliert erfolgen bzw. bei längerem Weidegang eine Fressbremse aufgezogen werden.

 

Stand: Oktober 2026

 

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