Ursachen für abweichende Energiegehalte bei der Untersuchung von Schweinemischfuttermitteln
Die Energieberechnung für Einzelfuttermittel beruht auf den Verdaulichkeiten der Rohnährstoffe. In die Gleichung zur Schätzung der umsetzbaren Energie (ME) fließen der Gehalte an verdaulichem Rohprotein, verdaulichem Rohfett, Stärke, Zucker sowie dem daraus resultierenden „verdaulichen Rest“ ein. Die Verdaulichkeiten der Rohnährstoffe basieren auf Verdauungsversuchen.
Für Stärke und Zucker wird eine Verdaulichkeit von 100 % angenommen. Der Brutto-Energiegehalt von Zucker beträgt 16 MJ/ kg TM. Da eine Verdaulichkeit von 100 % angenommen werden kann und keine Verluste über Methan und Harn entstehen, beträgt der Gehalt an umsetzbarer Energie ebenfalls 16 MJ/kg TM Zucker (Bruttoenergie = umsetzbare Energie).
Demgegenüber steht die Schätzgleichung zur Angabe des Energiegehaltes von Mischfuttermitteln. Diese basiert „nur“ auf den Gehalten der Rohnährstoffen, da eine Verdaulichkeit nicht bekannt ist. Das Energieliefervermögen für jeden Nährstoff ist ein Mittelwert. Dies ist ein Kompromiss, da Mischfuttermittel mit stark wechselnder Zusammensetzung bewertet werden müssen. Die Formel muss sowohl Mischfutter, welche Einzelfuttermittel mit geringeren Verdaulichkeiten enthalten, als auch Mischfuttermittel, welche nur hochverdauliche Einzelfuttermittel enthalten, abdecken.
Weiterhin wird in der Mischfutterformel der Zucker dem organischen Rest zugerechnet und lediglich mit 14,7 MJ ME/kg TM bewertet, statt mit 16 MJ ME/kg TM wie bei den Einzelfuttermitteln. Daher kann es insbesondere bei Futtermischungen mit hohem Zuckergehalt zu einer Unterschätzung des Energiegehaltes um etwa 0,2–0,3 MJ ME/kg TM kommen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der unterschiedliche Aufbau der beiden Energiegleichungen bei hochverdaulichen Einzelfuttermitteln zu einer partiellen Unterschätzung des Energiegehaltes im Mischfutter führen kann, wenn diese einen hohen Zuckergehalt aufweisen. Die Energiegehalte der Einzelfuttermittel sind dann nicht ganz additiv auf das Mischfutter übertragbar. Die Abweichung sollte aber 0,5 MJ ME/ kg TM nicht wesentlich überschreiten. Dann liegen möglicherweise andere Gründe vor.
Stand: Juni 2026


