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Kleintier

Besondere Ernährungsansprüche von Hundesenioren

Werden Hunde älter, ändert sich deren Nährstoffbedarf und eine Anpassung der bisherigen Fütterung ist notwendig, um den Hundesenior im Alter gut versorgt zu wissen.

Da ältere Tiere ruhiger werden und sich weniger bewegen, ist meist eine Reduzierung der Energiezufuhr notwendig. Während adulte Hunde pro Kilogramm metabolischer Körpermasse (kg KM^0,75) zwischen 0,5 bis 0,7 MJ umsetzbare Energie benötigen, geben sich die meisten älteren Hunde mit ~ 0,4 – 0,5 MJ zufrieden. Hier muss aber immer das individuelle Tier betrachtet werden. So gibt es auch Hunde, die im Alter zur Gewichtsabnahme neigen und recht schnell zu dünn erscheinen. Hier kann es ratsam sein, sich an der Energieaufnahme eines adulten Hundes zu orientieren.

Da die „Stoffwechselorgane“ Leber und Niere im Alter nicht mehr ganz so leistungsfähig sind, sollte ein weiteres Hauptaugenmerk auf die Proteinzufuhr gelegt werden. Proteinlieferanten sollten von hoher Qualität („biologischer Wertigkeit“) sein, auf die Verfütterung großer Mengen bindegewebsreicher Schlachtabfälle und Innereien sollte daher verzichtet werden. Muskelfleisch ist hier den Vorzug zu geben. Die Anpassung der Menge sollte auch hier individuell erfolgen. Neigt der Hundesenior dazu, Muskelmasse trotz eines ausreichenden Bewegungsangebots abzubauen, sollte die Proteinzufuhr nicht zu stark reduziert werden. Zeigen sich hingegen bereits eine nachlassende Leber- oder Nierenfunktion, kann eine bedarfsgenaue Anpassung der Proteinaufnahme sinnvoll sein.

Nicht vergessen werden sollte in diesem Zusammenhang auch, dass auch beim tierischen Senior der Geruchs- und Geschmackssinn nachlässt. Protein ist neben Fett ein wichtiger Geschmacksträger und eine starke Reduktion in der Ration kann dazu führen, dass das eigene Futter nicht mehr gern gefressen wird und es so schneller zum körperlichen Abbau kommt. Gegen Mäkeln gibt es hierbei zahlreiche Tricks, um die Ration noch schmackhafter zu gestalten. Bei selbst zusammengestellten Rationen kann man das Fleisch angebraten anstatt gekocht servieren und fettreichere Fleischabschnitte verwenden (hier dann aber den Gesamtenergiegehalt der Ration im Auge behalten). Auch die Zugabe kleiner Mengen Fleisch- oder Leberwurst, von Joghurt oder Butter steigert die Akzeptanz.

Ältere Hund vertragen große Mahlzeiten nicht mehr so gut wie in jungen Jahren. Es kann daher ratsam sein, zwei (oder drei) kleinere Rationen pro Tag zu verfüttern, anstatt nur einmal täglich den Napf mit einer großvolumigen Ration zu füllen. Dies regt die Magen-Darm-Tätigkeit an und beugt bei großen Hunderassen der gefürchteten Magendrehung teilweise vor.

Um den Fasergehalt in der Ration mittels Gemüsezulage oder der Zugabe anderer rohfaserhaltiger Komponenten zu gestalten, bedarf es etwas Fingerspitzengefühls. Zu geringe Mengen können zu Darmträgheit und Verstopfung führen, was gerade bei Hundesenioren leider ein gar nicht so seltenes Problem ist. Zu hohe Mengen hingegen führen bei schlechtfuttrigen Hunden zu einem schnellen Sättigungsgefühl, so dass Reste der Ration verschmäht werden. Zum anderen senken hohe Rohfasergehalte die Gesamtverdaulichkeit der Ration.

Auch in Bezug auf die Mineralstoff- und Vitaminversorgung gibt es bei der seniorengerechten Ration einiges zu beachten:

Zeigt der Hund eine nachlassende Nierenfunktion oder ist kardiologisch auffällig, sollte die Natriumaufnahme begrenzt werden. Natrium bestimmt maßgeblich das Durstgefühl und somit die Wasseraufnahme von Hunden, so dass hier die Niere oder das Herz mit einer zu hohen Wasseraufnahme überfordert sein können. Ebenso ist auf den Phosphorgehalt des Futters zu achten. Hohe Phosphorgehalte, die als bestimmte Salze vorliegen, stehen im Verdacht, die Niere zu belasten. Daher sollte sich die Phosphoraufnahme am Bedarf orientieren und ein weites Calcium:Phosphor-Verhältnis angestrebt werden. Eine Ausnahme stellen hier Tiere da, die zur Bildung calciumhaltiger Harnkonkremente neigen. Im Gegensatz zu den genannten Restriktionen sollte die Zink- und Selenaufnahme gesteigert werden. Zink stärkt das Immunsystem und unterstützt die Hautgesundheit. Selen wirkt als Antioxidanz und ist somit ein Fänger freier Sauerstoffradikale, welche die Zellen schädigen können. Eine ähnliche Wirkung zeigt auch Vitamin E, so dass auch hier eine Zulage induziert ist. Vorsicht ist bei bedarfsüberschreitenden Mengen an Vitamin A (z.B. in großen Mengen in Leber enthalten) geboten, denn es wird in der Leber gespeichert. Ist die Leberfunktion jedoch altersbedingt herabgesetzt, kann es hier zu einer zusätzlichen Belastung kommen. Positiv hat sich der Einsatz von B-Vitaminen gezeigt. Diese fördern die Gesundheit des Nervengewebes und können dabei helfen, die Gehirnleistung zu verbessern bzw. aufrecht zu erhalten.

In diesem Zusammenhang rücken in letzter Zeit mittelkettige Fettsäuren in den Fokus der Wissenschaft. Diese können nachweislich helfen, die Entstehung von Demenz, die es auch im Tierreich gibt, zu verlangsamen und die Gehirnleistung aufrechtzuerhalten. Vor allem in Kokosöl ist die genannten Fettsäuregruppe vertreten.

Haben Sie Fragen zur Fütterung Ihres Hundeseniors oder möchten sich einen individuellen Futterplan erstellen lassen, wenden Sie sich gern an Frau Dr. Rückert unter cornelia.rueckert@lks-mbh.com oder 037207 87165.

Stand: September 2021

 

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